Mangan

Mangan: Das Unterschätzte Spurenelement für Knochen, Enzyme und mehr

Mangan ist ein Spurenelement, das oft übersehen wird, aber eine entscheidende Rolle für viele Körperfunktionen spielt. Von Knochenwachstum über Enzymaktivität bis hin zur Energieproduktion ist Mangan an einer Vielzahl wichtiger Prozesse beteiligt. Tauchen wir ein in die Welt des Mangans und entdecken seine Bedeutung für unsere Gesundheit.

Was ist Mangan?

Mangan ist ein essentielles Spurenelement, das bedeutet, dass der Körper es benötigt, um richtig zu funktionieren, es jedoch nicht selbst herstellen kann. Daher müssen wir es über die Nahrung aufnehmen. Im Periodensystem der Elemente hat Mangan die Ordnungszahl 25 und das chemische Symbol Mn. Es ist ein graues, sehr hartes, aber sprödes Schwermetall.

Mangan im Körper: Vielfältige Funktionen

Mangan übernimmt eine Schlüsselrolle im Körper, indem es an zahlreichen Prozessen beteiligt ist. Es ist ein wichtiger Bestandteil verschiedener Enzyme, die in verschiedenen Körperfunktionen tätig sind, darunter:

1. Knochen- und Knorpelbildung

Mangan aktiviert das Enzym Glykosyltransferase, das für die Bildung von Knorpel- und Knochengewebe notwendig ist. Ein ausreichender Mangan-Spiegel trägt somit zur Knochenstabilität und -gesundheit bei.

2. Glukosestoffwechsel

Das Enzym Pyruvat-Carboxylase, das durch Mangan aktiviert wird, spielt eine zentrale Rolle in der Glukoneogenese, der Neubildung von Glukose. Auf diese Weise unterstützt Mangan den Zuckerstoffwechsel und hilft, den Blutzuckerspiegel zu regulieren.

3. Harnstoffzyklus

Mangan aktiviert die Arginase, ein Enzym, das im Harnstoffzyklus eine wichtige Funktion hat. Dies ist der Prozess, durch den überschüssiger Stickstoff im Körper abgebaut und ausgeschieden wird.

4. Insulinproduktion

Mangan ist an der Synthese und Freisetzung von Insulin beteiligt, einem wichtigen Hormon für den Glukosehaushalt. Ein Manganmangel könnte daher die Insulinproduktion und -regulation beeinträchtigen.

5. Blutgerinnung

Über die Produktion von Prothrombin ist Mangan in der Blutgerinnung beteiligt, was zu einer schnelleren Heilung von Verletzungen beiträgt.

6. Energieübertragung

Mangan kann in Verbindung mit ATP (Adenosintriphosphat) einen Komplex bilden und als Kofaktor für die Energieübertragung fungieren. Dies macht es zu einem wichtigen Element für die allgemeine Energieproduktion im Körper.

7. Melanin- und Dopaminproduktion

Mangan ist auch an der Herstellung von Melanin, dem Pigment, das der Haut ihre Farbe verleiht, sowie an der Produktion von Dopamin, einem wichtigen Neurotransmitter, beteiligt.

8. Antioxidative Wirkung

Das Enzym Mn-Superoxiddismutase, das Mangan aktiviert, hat antioxidative Eigenschaften und schützt die Zellen vor Schäden durch freie Radikale.

9. Vitamin-B1-Verwertung

Mangan ist auch an der Verwertung von Vitamin B1 beteiligt, indem es Enzyme aktiviert, die den Körper bei der Umwandlung von Kohlenhydraten in Energie unterstützen.

Mangan in Lebensmitteln

Mangan kommt in einer Vielzahl von Lebensmitteln vor, wobei pflanzliche Quellen tendenziell höhere Mengen enthalten:

  • Getreideprodukte: Haferflocken, Weizenkeime und Sojamehl sind besonders manganreich.
  • Gemüse: Sojabohnen, Knoblauch und weiße Bohnen sind ebenfalls gute Quellen.
  • Früchte: Ananas, Heidelbeeren und Himbeersaft liefern ebenfalls eine beachtliche Menge an Mangan.
  • Nüsse und Samen: Mandeln, Haselnüsse und Sonnenblumenkerne enthalten auch nennenswerte Mengen.
  • Gewürze: Zimt, Ingwer, schwarzer Pfeffer und Nelken sind reich an Mangan und bieten eine schmackhafte Möglichkeit, die Aufnahme zu erhöhen.

Manganmangel: Selten, aber möglich

Obwohl ein Manganmangel beim Menschen eher selten ist, kann er in bestimmten Fällen auftreten. Symptome eines Mangels, die vor allem aus Tierstudien bekannt sind, umfassen:

  • Fettstoffwechselstörungen
  • Gewichtsverlust
  • Wachstumsstörungen
  • Osteoporose (Knochenschwund)
  • Funktionsstörungen der Geschlechtsorgane
  • Gerinnungsstörungen
  • Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels
  • Knorpel- oder Knochendeformationen

Ein Mangel kann zu langfristigen gesundheitlichen Problemen führen, weshalb es wichtig ist, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.

 

Faktoren, die den Manganbedarf beeinflussen können

Einige Faktoren können den Manganbedarf erhöhen oder die Aufnahme im Körper beeinträchtigen:

  • Schlechte Ernährung: Ein hoher Konsum von einfachen Kohlenhydraten kann die Aufnahme von Mangan verringern.
  • Länger andauernde künstliche Ernährung: Mangelernährung kann den Bedarf an Spurenelementen wie Mangan erhöhen.
  • Alkoholkonsum: Alkohol beeinträchtigt die Aufnahme von Mangan und anderen Mikronährstoffen.
  • Hohe Zufuhr anderer Mineralien: Zu viel Kalzium, Eisen, Phosphat oder Zink kann die Manganaufnahme stören.
  • Erhöhter oxidativer Stress: Dieser kann die Notwendigkeit für antioxidative Enzyme wie Mn-Superoxiddismutase erhöhen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Mangan kann die Aufnahme bestimmter Medikamente beeinträchtigen:

  • Quinolon-Antibiotika: Mangan kann die Aufnahme dieser Antibiotika reduzieren.
  • Tetracyclin-Antibiotika: Mangan bindet im Magen an diese Antibiotika und verringert deren Wirkung.

Mangan als Wichtiges Spurenelement für Viele Körperfunktionen

Mangan ist ein essentielles Spurenelement, das an vielen wichtigen Prozessen im Körper beteiligt ist, darunter Knochenbildung, Glukosestoffwechsel und antioxidative Abwehr. Eine ausgewogene Ernährung mit manganreichen Lebensmitteln kann dazu beitragen, den Bedarf zu decken und die Gesundheit zu fördern. Zwar ist ein Manganmangel selten, doch auch eine Überdosierung kann gesundheitliche Risiken bergen. Es ist daher wichtig, auf die richtige Menge dieses unterschätzten Spurenelements zu achten.

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